GEMEINNÜTZIGE BAUVEREINIGUNGEN

Projekt des Monats: Ein neuer Stadtteil entsteht

Wenige Neubaugebiete können auf eine derart lange Geschichte zurückblicken wie die Reininghausgründe. Im 16. Jahrhundert errichtete die Stadt Graz an der Stelle des späteren Restaurants Reininghaus bereits eine Mautstelle. 1853 kaufte die Familie Reininghaus das Mauthaus und 1855 gründete man die Firma „Brüder Reininghaus“. Diese baute die erste mit Dampf betriebene Brauerei der Steiermark und meldete mehrere Patente für Brauereigeräte an.

Heute entstehen auf dem 54 Hektar großen Areal, das sich zwischen Gries, Eggenberg und Wetzelsdorf erstreckt, auf 20 sogenannten Quartieren rund 5.200 Wohneinheiten. Der Spatenstich für die ersten Bauobjekte erfolgte 2017, im Dezember 2019 sind bereits erste Bewohnerinnen und Bewohner eingezogen. Auch drei gemeinnützige Bauträger sind bei diesem Stadtentwicklungsprojekt vertreten. 

Vertreter der Bauträger und der Stadt Graz © Heiko Kienleitner

Dreimal ÖWG

Auf dem Bauplatz Q6 Süd baut die ÖWG Wohnbau. Hier entstehen 505 Wohnungen in geförderter Miete bzw. freifinanziertem Eigentum für Singles und Jungfamilien. Die Grundrisse variieren zwischen 33 m2 – 110 m2.

ÖWG Wohnbau © bildraum.at

Im Q6a Nord entsteht wiederum modernes Wohnen am Park durch die ÖWG. 146 freifinanzierte Eigentumswohnungen überzeugen mit flexiblen Grundrissen zwischen 40 m2 – 149 m2 und großzügigen Balkonen direkt am Park. 

ÖWG Q6a Süd © VDX.at

Im Q6a Süd werden ebenfalls 340 Wohnungen – in geförderter Miete oder freifinanziertem Eigentum – mit Grundrissen zwischen 33 m2 – 117 m2 und Freibereichen von der ÖWG gebaut. Fahrradabstellplätze, eine optimale öffentliche Anbindung & E-Car-Sharing versprechen flexible Mobilität.

ÖSW und ENNSTAL

Direkt nördlich des Parks realisiert die ÖSW Gruppe das von PENTAPLAN entworfene Parkquartier Q5, das insgesamt drei Bauplätze mit mehr als 550 Miet- und Eigentumswohnungen umfasst.

Parkquartier ©PENTAPLAN ZT GmbH

Über das bereits fertig gestellte Quartier Sieben der ENNSTAL wurde hier schon berichtet. Die ENNSTAL entwickelt in Quartier 1 aber auch ein zweites Areal mit zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden. Manche dieser Bestandsgebäude werden erhalten und mit neuen Strukturen verwoben. Eines der insgesamt 7 Neubauprojekte ist der Green Tower. Er soll 19 Stockwerke mit 138 Wohnungen haben. Baustart ist Ende des Jahres, die geplante Fertigstellung im Frühjahr 2023. 

Quartier Sieben © Rendering Green Tower: Atelier Pucher

Mobilität von morgen

Neben der Errichtung der Gebäudekomplexe laufen mittlerweile aber auch viele weitere Maßnahmen rund um moderne Stadtentwicklung auf Hochtouren. Das Mobilitätskonzept, das dem Reininghaus-Motto „Die Stadt der kurzen Wege“ entspricht, beinhaltet attraktive Rad- und Fußwege, Car-Sharing und E-Taxis. Alle Quartiere werden autofrei gehalten. Die Straßenbahnlinie 4 wird verlängert und ab Ende 2021 die Reininghaus Gründe erschließen.

Auch die Angebote auf dem Areal knüpfen an das Credo der „kurzen Wege“ an und bieten fast alles, was man braucht: Freizeitangebote, mehrere Kinderkrippen bzw. Kindergärten, einen Bildungscampus mit einer Volksschule und einer Höheren Schule, ein Gesundheitszentrum, eine Apotheke, eine Stadtbibliothek, einen Bezirkssportplatz zur öffentlichen Nutzung, ein Fitnesscenter und eine Hundewiese. In einem denkmalgeschützten Gebäude, der Tennenmälzerei, entsteht ein kulturelles Zentrum mit dem Plan, es zu einem interdisziplinären und internationalen Creation Center auszuweiten.

Grünraum neu umsetzen

Mit der UNESCO Esplanade entsteht eine autofreie Flaniermeile, ein drei Hektar umfassender Park und mehrere kleine Stadtwäldchen. Die sogenannten Pocket Parks wurden bereits 2010 angelegt, damit sie bis zum Bezug der ersten Bewohnerinnen und Bewohner angewachsen sind. Auch alter Baumbestand wurde im Rahmen des Projektes „Flora Futura“ in die neuen Grünanlagen übertragen.

Reininghausgünde in Zahlen

• 54 ha groß ist das gesamte Areal

• 10.000 Menschen werden hier ihr Zuhause finden

• 5.000 Beschäftigte werden auf den Reininghausgründen ihren Arbeitsplatz haben

• 5.200 Wohneinheiten werden gebaut

• 2.000 Bäume werden zusätzlich gepflanzt

• 76,5 Meter wird das höchste Gebäude am Areal, der Q-Zwei-Tower, hoch sein

• 20 einzelne Quartiere werden den neuen Stadtteil bilden

• 10 Prozent, mindestens, sind in jedem Quartier dem Grünraum vorbehalten

• 3 ha umfasst der Park im Zentrum

• 1 Höhere Schule und 1 Volksschule gewährleisten Ausbildung vor Ort

• 2 ha wird die Bezirkssportanlage umfassen

• 1 Milliarde Euro beträgt das Gesamt-Investitionsvolumen

 

Alle Informationen unter: https://reininghausgründe.at/  

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